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Konzept

Konzept Waldkindergarten Niedenstein

Warum Waldkindergarten
Immer mehr Kinder entfremden sich der Natur. An der Tagesordnung stehen überfüllte Kinderzimmer, Fernsehen schauen, Computerspiele, überheizte Räume, permanente Musikberieselungen, schlechte Luft, Kunstlicht und Lärm – dies führt zur Reizüberflutung. Die Folge davon sind Entwicklungsstörungen, Haltungsschäden und Übergewicht. Die Kinder sind den alltäglichen Bewegungsabläufen nicht mehr gewachsen, so entstehen auch häufiger Unfälle durch Stürze. Im Wald können die Kinder ihren Bewegungs- und Gestaltungsdrang ausleben. Unser Ziel ist es, die Kinder wieder an die Natur heranzuführen und die natürlichen Reize positiv für sich zu nutzen. Wir wollen den Kindern die Chance geben, sich zu selbstbewussten, verantwortungsvollen und gesunden Persönlichkeiten zu entwickeln.

Geschichte der Waldkindergärten
Die Wald- und Naturkindergärten haben ihren Ursprung aus den nordischen Ländern – Norwegen und Schweden. 1951 entstand in Dänemark der erste Waldkindergarten durch eine Elterninitiative. Ursula Stube aus Wiesbaden gründete 1968 den ersten Waldkindergarten in Deutschland. Da diese Form eines Kindergartens noch keine Anerkennung und Unterstützung durch Ämter erhielt, wurde er privat geführt. Erst 1993 eröffnete in Flensburg der erste anerkannte Waldkindergarten. Von da verbreitete sich das Konzept über die ganze Bundesrepublik. Es entwickelten sich auch Mischformen – die Regelkindergärten führten Waldtage und Waldgruppen ein.
Mittlerweile gibt es in ganz Deutschland über 700 Wald- und Naturkindergärten.

Rahmenbedingungen
Der Waldkindergarten Niedenstein ist ein Kindergarten ohne Türen und Wände. Die Kinder und Erzieher sind bei jedem Wetter draußen. Egal ob Sonne, Regen oder Temperaturen unter 0 Grad Celsius - jedes Wetter wird genutzt, um den Wald zu erkunden und die Reize der Natur für ein unmittelbares Lernen zu nutzen. Als Basislager dient ein beheizbarer Bauwagen oder eine Waldhütte. Dort werden Materialien wie Bücher, Werkzeug, Bastelmaterial und anderes gelagert. Bei extremen Wetterbedingungen kann er auch als Schutzraum dienen.

Ort
Staatswald bei Niedenstein

Gruppengröße
Die Gruppe besteht aus 11 - 20 Kindern – Mädchen und Jungen im Alter von 2-6 Jahren

Öffnungszeiten
Montag – Freitag 9:00-13:00
Frühdienst ab 8:00
Spätdienst bis 14:00

Aufnahme
Die Voraussetzung für die Aufnahme eines Kindes ist, dass die Eltern bereit sind, sich aktiv mit dem Konzept des Waldkindergartens auseinander zu setzen und dieses Angebot in dem Bewusstsein nutzen, dass ihre praktische Mitarbeit unabdingbar notwendig ist! Es folgt ein Aufnahme Gespräch und die Familien haben die Möglichkeit im Waldkindergarten zu hospitieren. Außerdem stehen andere Eltern für weiter Informationen und Fragen zur Verfügung.

Elternarbeit
Für eine gute Zusammenarbeit ist es notwendig Vertrauen herzustellen. Dazu gehört ein freundlicher und wertschätzender Umgang miteinander. Ein Aufnahmegespräch und regelmäßige Gespräche über die Entwicklung der Kinder, so wie nach Bedarf der Eltern ist wichtig, damit die Eltern einen Ansprechpartner haben und auch gegebenenfalls Erziehungsfragen geklärt und Elternabende gemeinsam gestaltet werden können.
Damit die Eltern über aktuelle Aktivitäten Bescheid wissen, müssen regelmäßig Informationen weitergegeben werden. Dazu gehören auch Texte der gesungenen Lieder sowie Kinderanekdoten.
Zur Elternarbeit gehört auch ein Elternforum - das kann zum Beispiel ein Stammtisch sein. Die Eltern sollen die Gelegenheit haben, sich gegenseitig auszutauschen und aktuelle Themen und Projekte zu besprechen.
Zum Beispiel Projekte, die der Geldbeschaffung dienen wie Bastelgruppe für Floh- und Weihnachtsmärkte oder Tag der offenen Tür.
Ein weiterer Schwerpunkt ist es auch, den Eltern die Natur näher zu bringen – gemeinsam ein Waldsofa bauen oder welche essbaren Kräuter wachsen in unserem Wald. Zu diesen naturpädagogischen Erfahrungen können auch ehemalige Waldkindergarten Eltern und Vereinsmitglieder der Johanneshof – Elterninitiative e.V. eingeladen werden.
Eine fortzuschreibende Dokumentation der Arbeit wird auf einer speziellen Internetseite des Johanneshofs eingerichtet und allen Eltern als Forum zugänglich gemacht.

Elternaktivitäten
Die Elternschaft organisiert sich selbst und muss versuchen, die Unkosten möglichst gering zu halten. Somit ist der Waldkindergarten auf die Hilfe aller Eltern angewiesen, wie z.B. Frühstück zubereiten, Wäsche waschen, Internetseite auf dem Laufenden halten - außerdem sollten die Eltern ab und an als Betreuungspersonen den Tagesablauf so wie Ausflüge begleiten. Handwerkliche Tätigkeiten zum Beispiel am Bauwagen.

Kleidung/Ausrüstung
Es gibt kein schlechtes Wetter, es gibt nur schlechte Kleidung! Für den Aufenthalt im Wald ist es wichtig, die richtige Kleidung zu tragen. Es ist angesagt, immer eine lange Hose zu tragen, im Wald ist es immer kälter und sie schützt vor stachligen Pflanzen und Zecken. Im Sommer ist es gut, einen Sonnenhut mit Nackenschutz zu tragen, für das Spielen auf freiem Gelände. Feste Schuhe sind erforderlich, um einen guten Halt auf dem unebenen Waldboden zu haben und längere Strecken ohne Beschwerden laufen zu können und um zu klettern - dafür sind Bergstiefel geeignet! Eine Matschhose und Regenjacke schützen vor Wasser und Schmutz.
Ersatzkleidung für jedes Kind ist im Bauwagen untergebracht. Gut ist es, sich nach dem Zwiebelprinzip anzukleiden ( mehrere Schichten ), so kann man nach Bedarf etwas ausziehen und hat noch genügend an, um nicht gleich kalt zu werden.

Außer der richtigen Kleidung brauchen die Kinder - einen kleinen Rucksack, der folgendes aufnehmen können sollte:

- Frühstück
- etwas zu trinken (Wasser oder ungesüßten Tee)
- einen feuchten Waschlappen, um sich vor dem essen die Hände reinigen zu können
- frische Unterwäsche und ein paar Socken
- ein Stück Isomatte
- evtl. trockene Windel

Für Notfälle tragen die Erzieher immer ein Mobiltelefon und einen Erste-Hilfe-Kasten bei sich -
außerdem Bestimmungsbücher über Tiere und Pflanzen, Müllbeutel, und ein Regentuch

Spielzeug
Als Spielzeug dienen alle Naturmaterialien, welche die Kinder in Feld und Wald finden und für sich nutzen. Ein hohes Maß an Kreativität, Phantasie und Kommunikation wird dabei gefragt. So kann ein abgefallener Ast ein Zauberstab, ein Schwert, ein Kochlöffel oder auch ein Wanderstock sein. Die Kinder spielen mit Blumen, Gräsern, Holz, Ästen, Baumrinden und was sie sonst noch so in der Natur finden. Diese Dinge regen zum selbständigen Gestalten und Experimentieren an.
Ein Problem in der heutigen Zeit sind überfüllte Kinderzimmer. Die Kinder sollen rechzeitig angeregt werden, ihre eigenen Spiele zu erfinden, kreativ zu sein und zu experimentieren - weg von dem Medien Konsum und dem Überfluss an fertigem Spielzeug. Es werden keine Spielsachen gekauft oder dürfen von den Kindern mitgebracht werden. Im Bauwagen gibt es Materialen zum entdecken, bestimmen und forschen: Becherlupen, Bestimmungsbücher, Bücher zum vorlesen, Fernglas, Schnitzmesser...

Ernährung
Es wird sehr großen Wert darauf gelegt, dass die Kinder mit gesundem und vollwertigem Essen vertraut werden. Die Eltern sollen den Kindern ein gesundes Frühstück bereiten – was auch in der Elternschaft besprochen wird. Süßigkeiten sollen die Kinder nicht mitbringen – nicht nur, weil sie den Zähnen schaden, sondern weil immer mehr Kinder eines Jahrganges auf Zucker reagieren – mit unmittelbaren nervösen Verhaltensmustern: die Kinder spinnen rum und es entstehen auch immer häufiger Allergien. Die Erzieher bereiten mit den Kindern regelmäßig eine kleine Mahlzeit vor. Die Kinder sollen die Früchte des Waldes kennenlernen und wie sie diese verarbeiten können. Auf Geburtstagskuchen wird auch verzichtet, wenn das Geburtstagskind den anderen gerne etwas mitbringen möchte, kann dies z.B. eine Murmel sein, ein kleiner Stein oder etwas Gebasteltes.

Pädagogische Fachkräfte
Zwei pädagogische Fachkräfte gestalten und planen mit den Eltern den Tagesablauf der Kinder. Außerdem ist eine Ersatzkraft notwendig oder die Eltern müssen bei Krankheit eines Personalteils einspringen. Zusätzlich können Praktikanten beschäftigt werden.

Weiterbildung
In regelmäßigen Weiterbildungen/Fortbildungen und laufenden Supervisionen werden das Personal und die aktiven Eltern zu fachkompetenten Personen ausgebildet. So können die verschiedenen Entwicklungsstufen der Kinder wahrgenommen und reflektiert werden. Außerdem können eigene Grenzen erkannt und bearbeitet werden. Die regelmäßige Teilnahme an einem Erste-Hilfe-Kurs für Kindernotfälle ist einmal jährlich für Eltern und Personal zu organisieren.

Feste
Der Waldkindergarten feiert wie auch die Regelkindergärten Jahreszeit bedingte Feste, wie Weihnachten, Sankt Martin, Geburtstage, Fasching, Ernte Dank, Sommerfest - mit dem Unterschied, dass diese Feste auch im Wald stattfinden.

Die Natur als unabdingbarer Lernort
Die Natur bietet in ihrer ganzen Fülle und Komplexität all die Reize, die ein Kind braucht, um in seiner ganzen Persönlichkeit angesprochen und optimal gefördert zu werden:

Körper – Geist – Seele
•Körper – Bewegung ohne Grenzen, Schulung jedes Muskels und jedes damit verknüpften Nervs; Auslastung und Differenzierung aller Sinne und damit permanente Übung sämtlicher Kooperationsmöglichkeiten des zentralen Nervensystems
•Geist – die in permanenter Entwicklung begriffene Natur erfassen, analysieren und sich als handelndes Individuum in der Gemeinschaft darauf einstellen
•Seele – erfühlen, dass es neben Körper und Geist noch eine dritte Kraft in uns gibt, die sich daraus entwickelt, anzunehmen, zu vertrauen, sich fallen zu lassen und zu warten – ohne zu erklären, warum, wie und weshalb!

Sinneswahrnehmungen finden auf allen Ebenen statt und werden gleichermaßen angesprochen:

•Hören - Stille und Ruhephasen sind für ein gesundes Leben unabdingbar. Kinder bringen dieses Wissen mit auf die Welt – wir – die Erwachsenen sind dafür verantwortlich, dass Kinder dies nicht verlernen. In der Erziehung arbeiten wir aber meist genau entgegengesetzt: wir müssen Kinder erst zur Ruhe bringen – zu der Ruhe, die wir ihnen von Geburt an durch Reizüberflutung weggenommen haben! Kleinkinder, die mit Radio, Fernsehen oder anderen Geräuschkulissen ruhig werden und einschlafen, flüchten sich eigentlich in den Schlaf, um den übermächtigen Reizen auszuweichen. In der Natur gibt es unendliche Möglichkeiten inne zu halten und zum Beispiel dem Vogelgesang, einem rauschenden Bach oder dem Windspiel in den Bäumen zu lauschen. Außerdem stimuliert das Hören in Verbindung mit allen anderen natürlichen Reizen alle Gehirnfunktionen und unterstützt die Integration beider Gehirnhälften. – Disfunktionen werden also von vornherein gar nicht angelegt. (Also kein ADS oder ADHS)
•Sehen – Das Auge bekommt eine Vielfalt an natürlichen Farben zu sehen, die sich durch Farbschwingungen positiv auf die Seele auswirken und das Kind wählt unbewusst den für sich selbst gerade angesagten Reiz:

- Braun steht für Erdverbundenheit
- Grün für Ausgeglichenheit
- Gelb steht für Konzentration
- Rot wirkt anregend
- Violett fördert die Kreativität
- Blau wirkt beruhigend

Dies alles sind längst wissenschaftlich gesicherte Erkenntnisse, die sich in der Farbgestaltung von Krankenhäusern, Schulen und anderen öffentlichen Räumen niedergeschlagen haben.
•Riechen – der Geruchsinn hat eine direkte Verbindung zum Gehirn, durch entsprechende Reize lassen sich Erinnerungs-, und Lernfähigkeit verbessern. Die Natur bietet eine unendliche Fülle an natürlichen Düften: die Erde, das Gras, die Blumen, die Bäume, der Regen, der Schnee......................um nur wenige zu nennen, die auch wir Erwachsenen noch riechen.....lassen Sie sich einmal beschreiben, was kleine Kinder draußen noch alles riechen!
•Fühlen – Die Kinder machen automatisch und fortlaufend Erfahrungen mit unterschiedlichen Beschaffenheiten wie glattes, hartes, weiches, nasses, glitschiges u.s.w. – was gibt es draußen für unbegrenzte Möglichkeiten zu fühlen!
•Gleichgewichtssinn – Der Gleichgewichtssinn wird durch das Laufen auf unebenen Untergründen angeregt, ebenso wie durch das Balancieren auf Baumstämmen und das Klettern auf Bäumen.

Die Vier – Elemente

Feuer, Wasser, Erde und Luft sind die Elemente des Lebens, ohne sie gäbe es kein Leben. Aus diesen Grundelementen besteht die Natur – auch wir Erwachsenen und die Kinder erleben hautnah den Wert und ihre Bedeutung.

Hier nur ein paar Beispiele:
Ein kalter Bach erfrischt im Sommer. Wassertiere können entdeckt und erforscht werden. Feuer wärmt im Winter und man braucht es zum kochen. Ein kühler Wind der durch die Haare weht oder die kalte Luft an den Fingerspitzen.
Durch den regelmäßigen Aufenthalt ist der Wald für die Kinder nichts Abstraktes oder theoretisches. Der Wald wird für die Kinder Lebens-, Spiel-, Erfahrungs- und Lernort – Hort allen Lebens auf dieser Erde und sie können so eine Beziehung zum Wald aufbauen!

Pädagogische Ziele
•Sprache – es ist notwendig mit einander zu kommunizieren z.B. wenn ein Kind die Hilfe eines anderen braucht. Außerdem ist es wichtig die eigene Stimme zu hören, in der Natur gibt es keine Räume in denen die Kinder alle durcheinander reden und man manchmal sein eigenes Wort nicht mehr verstehen kann. Es werden Lieder gesungen, Geschichten erzählt um die Sprachentwicklung zu fördern. Im Morgenkreis wird das freie Sprechen geübt, in dem die Kinder von ihren Erlebissen erzählen.
• Mengen u. Formenmessung – Die Kinder sammeln alles Mögliche ein - so lernen sie unterschiedliche Formen und Strukturen wie Kastanien, Blätter, Hölzer kennen – dabei fangen sie auch an zu zählen z.B. wie viele Kastanien sie gefunden haben. (Kein lerntheoretischer Ansatz bezweifelt die unerreicht hohe Effektivität und Nachhaltigkeit des Lernens in der Natur – machen wir uns klar, dass das Lernen in geschlossenen Räumen als Folge der Verstädterung unserer Gesellschaft aus der Not an erreichbarem Naturpotential und der nicht genügend zur Verfügung stehender behütender Erwachsener entstanden ist.)
•Persönlichkeitsentwicklung – Die Kinder werden draußen auf viele Situationen stoßen, an denen sie sich selbst kennen lernen und lernen sich richtig einzuschätzen. Das können ganz unterschiedliche Situationen sein: -Käfer, Spinnen und andere Insekten über die Hand laufen lassen – über einen Bach springen – auf einen Baum klettern –Bäume und andere Pflanzen bestimmen. Sie haben die Möglichkeit, eigene Grenzen und Ängste zu überwinden und somit mehr Selbstvertrauen zu gewinnen. (um nur einige Beispiele von vielen zu nennen!)
•Grobmotorik – Durch die Beschaffenheit des Waldes werden die Kinder in ihren natürlichen Bewegungsabläufen permanent gefordert. Die Natur ist der beste Ergotherapeut und kostet uns nichts extra! Bzw. lässt erst gar keinen Therapiebedarf entstehen.
•Feinmotorik – Die Feinmotorik wird durch bestimmte Angebote gefördert, malen, schneiden, schnitzen und basteln
•Soziales lernen – In der Natur ist man besonders aufeinander angewiesen. Zum Beispiel helfen die Großen den Kleinen
•Regeln und Grenzen – Müll wieder mitnehmen – sich nicht außer Sichtweite entfernen - nicht weglaufen
•Weniger Aggressionen – Die Kinder in einem Waldkindergarten sind weniger auffällig, Aggressionen kommen nicht so schnell auf , wie in geschlossen Räumen z.B. durch den Geräuschstress.

•Bewegung – Kinder haben einen natürlichen Drang, sich auszutoben - draußen bekommen sie genügend Bewegung, die nötig ist, um ausgelastet zu sein.
•Phantasie/Kreativität – Der Spielzeugfreie Kindergarten regt die Kinder dazu an, sich selber Spiele auszudenken und aus den vorhandenen Naturmaterialen die nötigen Spielrequisiten zu erstellen.
•Pflanzen und Tiere – durch beobachten, fragen und ausprobieren lernen die Kinder eine Menge über Pflanzen und Tiere aus ihrer Umgebung
•Weniger Unfälle – Im Wald ist es sehr wichtig den Umgang mit Gefahren zu lernen, so werden die Kinder achtsamer und es passieren weniger Unfälle
•Jahreszeitenrhythmus – Der Jahreskreislauf der Natur wird unmittelbar und hautnah erlebt
•Wertschätzung – Wir sind nur Besucher des Waldes und müssen uns auch wie Gäste benehmen. Dieses achtsame Verhalten der Natur gegenüber und anderen Lebewesen überträgt sich auch auf die Gruppe und ist für das spätere Leben im Umgang mit sich selbst und der Gesellschaft von wichtiger Bedeutung.
•Gesundheitsfördernd - Mit der richtigen Kleidung ist der Aufenthalt bei jedem Wetter in der Natur gesundheitsfördernd und macht das Immunsystem stark gegen Erreger. Außerdem ist die Anstegungsgefahr z.B. bei einem Husten viel geringer als in geschlossenen Räumen, da die Erreger eine größere Fläche haben zum ausweichen und auch an der frischen Luft meist nicht lange überleben können.

Pädagogische Angebote
Das päd. Angebot orientiert sich am situativen Ansatz durch Wetterbedingung, Jahreszeiten, soziale Gegebenheiten und welches Thema der Wald/die Natur gerade vorgibt!

Ausflüge
Neben dem Waldleben sollen die Kinder Einblicke in andere Bereiche bekommen. Es finden regelmäßige Ausflüge (Feuerwehr, Imker, Zahnarzt, Theater, Museum usw.)
statt, um den Kindern die Welt außerhalb des Waldes zu zeigen und den Umgang im Straßenverkehr zu üben.

Regeln
Die Regeln im Waldkindergarten haben einen besonderen Stellenwert, da räumliche Grenzen fehlen:
•Nicht aus der Sichtweite gehen
•Immer auf dem Weg bleiben
•Keine Beeren, Pilze oder andere Pflanzen essen
•Nicht mit Stöcken hauen
•Vor dem Essen Hände reinigen
•Nichts wegwerfen, der Müll wird wieder mitgenommen
•Bäume, Sträucher und Kräuter nicht beschädigen
•Keine Tiere verfolgen und an ihren Schlafstätten in Ruhe lassen
•Auf kleine Tiere achten und nicht mutwillig tot machen.
•Verhalte Dich im Wald, dass bei deinem Besuch nicht mehr verändert wird als nötig.

Gefahren im Wald
Im Wald gibt es auch einige Risiken, vor denen sich aber jeder schützen kann.
Die Zecken:
sind kleine Spinnentiere. Diese Parasiten lassen sich häufig im Vorbeigehen von Pflanzen abstreifen. Sie leben nicht nur im Wald, auch auf Wiesen, Gärten und Parkanlagen sind sie zu Hause. Ein Teil von ihnen überträgt Krankheiten, die bekanntesten sind die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) – Impfstoff vorhanden und die Lyme-Borreliose – kein Impfstoff vorhanden.
Jeder kann sich schützen, in dem er feste Schuhe, lange Hose und langärmlige Oberbekleidung anzieht – auf hellen Stoffen fallen die Zecken am besten auf. Die Kleidung kann mit Insektenabweisendem Mittel eingesprüht werden z.B. ein Lavendelduft.
Nach dem Waldkindergarten sollten die Eltern ihre Kinder auf der ganzen Haut absuchen, besonders an den Hautfalten. Wenn ein Zeckenbiss entdeckt wurde, sollte dieser mit einem Stift markiert und einige Tage beobachtet werden
Die Tollwut:
kann durch Bisse von Tieren übertragen werden. Die meisten Gebiete in unserer Heimat sind Tollwut frei. Trotzdem kein scheinbar zahmes Wild Tier oder kranke Wildtiere anfassen.
Der Fuchsbandwurm:
dieser Parasit lebt im Dünndarm des Fuchses und wird mit dem Kot ausgeschieden.
Vor dem Essen Hände immer waschen. Waldfrüchte vor dem Verzehr immer gut abwaschen, noch besser auf Temperaturen über 60C erhitzen. Hunde werden gleichermaßen vom Fuchsbandwurm befallen und wenn Hundebesitzer ihre Vierbeiner nicht vierteljährlich mit einer entsprechenden Wurmkur behandeln, scheiden diese Hunde bei Befall diese Eier ebenfalls aus, die bei langanhaltend trockenem Wetter auch in der Stadt über Wind ihre Verteilung finden! – Also gibt es keine besondere Bedrohung im Wald mit Fuchsbandwurm – denn der Fuchsbandwurm ist mitten unter uns – auch in der Stadt!
Insekten:
Stechende und saugende Insekten halten sich am liebsten in feuchter Umgebung oder an sonnigen Plätzen auf. Vorsicht ist auch vor Tothölzern und abgestorbenen Baumstümpfen geboten. Hier könnte ein Wespenschwarm versteckt sein. Beim Essen und Trinken muss acht gegeben werden, Ruhe bewahren und die Tiere nicht durch hastige Bewegungen noch aggressiver machen.
Giftige pflanzen unserer Heimat sind gemeinsam mit Eltern und Kindern zu erarbeiten und im Gruppenbuch mit Standortbeschreibung und Tag der Entdeckung zu dokumentieren!

Schulvorbereitung
Jedes Kind, das in die Schule kommt, braucht eine gewisse Schulreife. Dazu gehören verschiede Fähigkeiten unter anderem die Gruppenfähigkeit, Geduld haben – Toilettengang und Hunger aufschieben können, Selbständig sein – sich allein an und ausziehen können, kleine Aufgaben erledigen, Name und Adresse kennen, Formenwahrnehmung und Mengenauffassung, Ausdauer haben, eine Sache zu Ende zu bringen, deutlich sprechen und zuhören können, eine stabiles Immunsystem haben.
Alle diese Fertigkeiten und noch mehr sind Bestandteil der Erziehung im Waldkindergarten.
Im letzten halben Jahr werden die Vorschulkinder insbesondere beobachtet und nach Rücksprache mit den Eltern gezielt gefördert, falls dies noch notwendig erscheint.
Eine Kooperation mit der Grundschule ist wichtig, dazu gehört auch, dass die ehemaligen Waldkindergarten Kinder die Vorschulkinder besuchen und umgekehrt.

Ein großer Vorteil des Waldkindergartens ist die viele Bewegung an frischer Luft, denn Bewegung macht schlau!
Kinder lernen am liebsten und besten wenn sie sich dabei bewegen können (hüpfen, balancieren, rennen, klettern, rutschen). Durch die Bewegung werden beide Gehirnhälften angeregt zu arbeiten, so kann sich das Kind besser konzentrieren und Dinge merken, es hat Spaß am lernen und der natürlich angelegte Drang des Menschen zu forschen und zu entdecken kann sich entwickeln!